04.02.2020 | 11:15

Mehrweg ist mehr wert: Einführung einer Verpackungspauschale

Zum 10. Februar 2020 führt das Studierendenwerk Bielefeld für To-Go Einweg-Verpackungen eine Pauschale von 0,40 Euro ein. Ziel ist es, so den Verpackungsmüll an den Hochschulen weiter zu reduzieren.


Studierendenwerk Bielefeld führt Verpackungspauschale auf To-Go-Einwegverpackungen ein

Mehrweg ist mehr wert – seit langem wirbt das Studierendenwerk unter diesem Slogan dafür, möglichst ausschließlich das Mehrweggeschirr in den Cafeterien und Mensen zu nutzen. Denn obwohl in allen Mensen und Cafeterien ausreichend Geschirr und Besteck vorhanden ist, greifen die Gäste nach wie vor gerne zur Einwegverpackung. Und das auch dann, wenn sie die Speisen und Getränke vor Ort verzehren. So kam das Studierendenwerk Bielefeld im vergangenen Jahr 2019 allein auf Lagervorräte von mehr als 30.000 Einwegboxen.

Für mehr Mehrweg

Um diesen Trend entgegen zu wirken, führt das Studierendenwerk zum 10. Februar ein pauschales Entgelt für alle Großverpackungen in Höhe von 0,40 Euro ein. Dazu zählen Menüschalen, Pizzakartons, Burger- und Asia-Boxen sowie Aluschalen. Bei den Salatschalen wird die Pauschale über das Gewicht an der Kasse mitberechnet. Für Einweg-Clearcups (Frühstücksbecher, Milchshakes, Obstsalat etc.) beträgt das Aufgeld 0,10 Euro. „Wir wollen, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Modewort bleibt“, so Mark Bothe, Leiter der Gastronomie im Studierendenwerk. „Unser Anliegen ist es, aktiv beizutragen, den Verpackungsmüll an den Hochschulen spürbar zu reduzieren.“

Flankierend werden die Ausgabebereiche in den Mensen und Cafeterien umgestaltet, so dass die Mehrwegvarianten – Pfandbecher, Teller, Besteck – in den Fokus rücken. Einwegprodukte wird es weiterhin geben, da sie unter den Studierenden, vor allem bei knappen Pausen zwischen den einzelnen Veranstaltungen, gefragt sind. Die Verpackungen werden deshalb weiterhin vorrätig sein, jedoch stellenweise nur noch auf Anfrage und gegen die neue Pauschale herausgegeben. Das Studierendenwerk ist zudem weiter bestrebt, Einweg-Verpackungen statt aus Plastik, möglichst aus nachwachsenden Rohstoffen ins Sortiment zu nehmen. Sowohl die Kaffeebecher als auch die meisten Großverpackungen entsprechen dem bereits.

Nachhaltige Ideen auf dem Vormarsch

Bereits seit 2015 erhebt das Studierendenwerk eine Pauschale auf Kaffee-Einwegbecher. Sie beträgt ebenfalls 0,40 Euro. Mit Erfolg: Wurden im Jahr 2015 noch 390.000 Einwegbecher ausgegeben, sank diese Zahl über die Jahre kontinuierlich und pendelte sich im vergangenen Jahr 2019 auf 125.000 Becher ein.

Darüber hinaus entwickeln die Mitarbeitenden des Studierendenwerks regelmäßig nachhaltige und ressourcenschonende Maßnahmen: So wird das Müsliangebot in der Cafeteria im Gebäude X bereits seit Ende 2018 statt in Einwegbechern in wiederverschließbaren Einmachgläsern aus Glas angeboten. Dieses Angebot wurde nun auf die Salatbar am Nachmittag ausgeweitet. Weiterhin produzieren die Küchen die bisher in Alufolie eingewickelte Backkartoffel nun komplett folienfrei. Außerdem sollen langfristig alle Becher für Limonaden und Milchshakes auf wiederverwendbare Becher umgestellt werden, im Gebäude X des Campus Bielefeld ist dies schon erfolgt.

Um das Thema Nachhaltigkeit umfassend und effektiv umzusetzen, nimmt das Studierendenwerk Bielefeld in diesem Jahr außerdem an verschiedenen Projekten teil. Darunter das vom Land geförderte und von der Stadt Bielefeld durchgeführte Programm „Ökoprofit“ für integrierte Umwelttechnik sowie das Prädikat „Klimagesunde Betriebsküche“ der Stadt Bielefeld und der Verbraucherzentrale NRW.

« Zurück zu: Studierendenwerk Bielefeld