16.11.2022 | 10:55

Armutsgefährdete Studierende: Bundesregierung muss nachlegen

Gemäß des Statistischen Bundesamts waren 37,9 Prozent der Studierenden im Jahr 2021 armutsgefährdet.

(Pressemeldung des DSW) - Gemäß des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2021 37,9 Prozent der Studierenden armutsgefährdet, während der Anteil der armutsgefährdeten Menschen an der Bevölkerung in Deutschland insgesamt 15,8 Prozent betrage.

Dazu erklärt Matthias Anbuhl, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks:

„Studierende stehen in diesem Wintersemester vor einer dramatischen sozialen Notlage. Sie kommen finanziell und psychisch auf dem Zahnfleisch aus der Corona-Pandemie – und wissen angesichts explodierende Preise oftmals nicht, wie sie nun Strom, Gas und Lebensmittel bezahlen sollen. Das studentische Budget ist in aller Regel extrem auf Kante genäht; nun droht diese Naht zu reißen.

Die Bundesregierung muss die Studierenden noch stärker als bisher unterstützen. Bei den Direkthilfen sollte sie nachlegen. Beim BAföG ist der Handlungsdruck groß: Der Grundbetrag muss so rasch wie möglich erhöht werden, ebenso die Wohnkostenpauschale, und wir brauchen beim BAföG nun ebenso rasch einen automatischen Inflationsausgleich, wie er bei anderen Sozialleistungen Standard ist. Das BAföG muss regelmäßig an die Entwicklung von Preisen und Einkommen angepasst werden. Das ist die beste Armutsprophylaxe.

Die multiplen Krisen belasten auch die internationalen Studierenden in Deutschland. Da sie monatlich über 140 Euro weniger Einnahmen verfügen als deutsche Studierende, sind Preiserhöhungen für sie gravierend.

Wer die Studierenden finanziell entlasten will, muss auch die Studierendenwerke entlasten. Die Länder sind gefordert, ihre Studierendenwerke finanziell stärker zu unterstützen, damit diese die enormen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln nicht in Form von höheren Mieten, höheren Mensaessenspreisen oder höheren Sozialbeiträgen an die Studierenden weitergeben müssen.“

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